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Im
Bauernkrieg 1525 spielte Wilhelm IV. auf Grund seines schwankenden
Verhaltens um der eigenen Vorteile Willen eine eher unrühmliche Rolle.
Sehr um die Stabilisierung seines Landes bemüht, schuf er 1539 eine
eigene Hennebergische Landesordnung, die in weiten Teilen über lange
Zeit Gültigkeit behielt. Einen Teil der Regierungsverantwortung trat er
1543 an seinen Sohn Georg Ernst ab. Im Erbvertrag zu Kahla 1554 regelte
er die Nachfolge im Falle des Aussterbens der Henneberger. 1559 starb
Wilhelm IV. im 81. Lebensjahr nach 64 Jahren Regierungszeit.
Von seinen 14 Kindern mit Anastasia von Brandenburg (1480-1534), es
verstarben 5 im Kindesalter, trat schließlich Georg Ernst die Nachfolge
seines Vaters an.
Der letzte Graf von Henneberg Georg Ernst (1543-1583) kam am 27.05.1511
in Schleusingen zur Welt und wurde im jugendlichen Alter in Königsberg
und an den Höfen Wilhelms von Jülich und des Landgrafen Philipp von
Hessen erzogen. Mit letzterem nahm er 1530 am Reichstag zu Augsburg
teil. Später in Kaiserlichen Diensten stehend, zeichnete sich Georg
Ernst vor allem im Feldzug gegen die Türken 1542 aus, in welchem er
Herzog Moritz von Sachsen (1521-1553) das Leben rettete. An dieses
Ereignis erinnert noch heute die Wetterfahne auf dem Schleusinger
Kirchturm Kreuz und Halbmond. 1543 heiratete er Elisabeth von
Braunschweig-Lüneburg (1526-1566), eine überzeugte Protestantin. Eine
seiner ersten großen Aufgaben als Mitregent seines Vaters war 1544 die
Einführung der Reformation in der Grafschaft Henneberg.
Georg
Ernst sah seine Hauptaufgabe vor allem in der inneren Sicherung seines
Landes. Neben der Festigung der Reformation gehört zu seinem
Hauptverdienst die Gründung des Hennebergischen Gymnasiums in
Schleusingen im Jahre 1577. Mit dieser hennebergischen Landesschule hat
sich der letzte Henneberger ein bleibendes Denkmal gesetzt.
1566 nach dem Tod seiner Frau veranlasste Georg Ernst die Verlegung der
Familienbegräbnisstätte von Kloster Veßra in die Ägidienkapelle nach
Schleusingen.
1568 vermählte er sich ein zweites Mal mit der 37 Jahre jüngeren
Elisabeth von Württemberg (1548-1592), deren Standbild heute den
Schleusinger Marktbrunnen ziert.
Georg Ernst starb als letzter seines Geschlechts am 27.12.1583 unterhalb
der einstigen Stammburg im Dorf Henneberg.
Die Gefürstete Grafschaft Henneberg mit seiner Residenz Schloss
Bertholdsburg ging zunächst in die gemeinschaftliche Verwaltung der
Ernestinischen und Albertinischen Erben über, fiel 1660 an die
Albertinische Nebenlinie Sachsen-Naumburg-Zeitz und nach deren
Aussterben 1718 endgültig an Kursachsen. 1815 verlor Sachsen dieses
Gebiet an Preußen.
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